Luftstromoptimierung im PC

Von Norman

Viele von uns beklagen sich über zu hohe Temperaturen im PC, speziell über hohe CPU-Temperaturen. In den meisten Fällen liest man folgendes „CPU 50°C / Gehäuse 39°C“, kann man Luft kühlen die z.B. 39°C hat?

In diesem Tutorial wollen wir aus unserer Sicht zeigen, wie eine optimale Luftkühlung für einen PC aussieht und wie man dies auf einfache Art den Luftstrom verbessern kann.

Grundlagen

Viele User verwenden mehrer Lüfter um kühle Luft in den PC zubringen, hier bei sollte man schon die größte Sorgfallt walten lassen, wie Ihr am Ende des Tutorials lesen werdert. Wichtig, und dass schon von Anfang an: Lüfter sind laut, die meisten jedenfalls.

Wer z.B. ein Chieftec Gehäuse schonmal mit 4 Lüftern einer beliebigen billig Sorte bestückt hat um Geld zu sparen, der wird wissen das ruhiges Arbeiten am PC nicht möglich ist.

Staubprobleme gibt es bei so einem Luftdurchsatz natürlich auch. Ein 80 mm Lüfter auf 12 V kann je nach Modell bis zu 60 m³/h Luft durchsaugen, zwei davon können theoretisch 4 – 5 mal pro Stunde ein kompletes Zimmer durch den PC filtern.

Folgendes kann man machen um ein leiseres System zu bauen:

- langsamere Lüfter z.B. auf 5V / 7V laufen lassen
- weniger Lüfter
- größere Lüfter
- gedämmtes Gehäuse

Die alles hängt von eurem Geldbeutel ab bzw. was in euerem Gehäuse möglich ist.

Langsam drehende Lüfter sind automatisch leiser, trotzdem gibt es Unterschiede zwischen den Herstellern, deren Lüfter bei langsameren Geschwindigkeiten noch genügend Luftdurchsatz liefern.

Hinweis! Größere Lüfter fördern mehr Luft, setzt man den Luftdurchsatz mit kleineren Lüftern gleich, sieht man deutlich einen Unterschied in deren Drehzahl bzw. Lautsärke. Größere Lüfter eigenen sich mehr als leise Lüfter mit einem guten Durchsatz.

Eine möglichkeit der Verlangsammung der Lüfter ist die Regelung über die Spannung, die Lüfter sind alle auf 12 V ausgelegt. Es ist daher möglich sie auf 7 V oder auf 5 V laufen zu lassen.

Schauen wir uns mal einen Molex-Stecker an. Der Stecker besitzt vier Leitungen: rot – schwarz – schwarz – gelb; rot = 5 V, schwarz = Masse und gelb = 12 V. 5 V erhaltet Ihr wenn euer Kabel an rot + schwarz anschliesst, 12 V erhaltet Ihr wenn euer Kabel an gelb + schwarz anschliesst. Die 7 V erhaltet Ihr durch Differenzspannung zwischen 5 V (rot) und 12 V (gelb), dabei wird die rote 5 V Leitung als Masse für den Lüfter genommen und die gelbe 12 V Leitung als Pluspol = 12 V – 5 V = 7 V



Probleme sollte es hier eigentlich keine geben. Zwar fließt der Strom hierbei über die 5 V Leitung ab und nicht über Masse, aber dass macht heutzutage jedes vernüftige Netzteil mit. Die Lüfter brauchen aber eine gewisse Anlaufspannung, so dass eventl. 5 V zum anlaufen nicht reichen.

Luftstromoptimierung

Die Theorie passt eigentlich auf jedes Gehäuse, egal ob Midi- oder Bigtower, wer ein Chieftec Gehäuse besitzt, kennt die ganzen Stellen an denen Lüfter montiert werden können, für die, die es nicht kennen: da wären zwei Lüfterplätze in der Front; einer vor dem Festplattenkäfig und einer unterhalb des Festplattenkäfigs, zwei weiter Lüfter sind an der Rückwand unterhalb des Netzteil und einer in der Seitentür.

Die nachfolgenden Bilder enthalten rote Pfeile, diese Pfeile sollen den Luftstrom andeuten





Viele Gehäuse bieten zwar in der Frontblende einen Lüfterplatz aber dafür kaum auf der Rückseite, aber die Hersteller haben dies inzwischen erkannt und bieten einen Lüfterplatz in der nähe der CPU. Leider wird hier dann nicht weiter gedacht, was von der Front gut aussieht, blockiert meistens den Luftstrom, teilweise sind nur wenige bis keine Luftschlitze in der Frontblende vorhanden, dahinter zeigen sich dann an den vorgesehenen Plätzen nur kleine Löcher die in das Blech gestanzt sind.

Probiert es aus

Haltet einen 80 mm Lüfter in die Luft und fühlt den Luftstrom und jetzt einmal hinter dem Lüftgitter im Gehäuse. Die Drehzahl senkt sich und der kräftige Luftstrom ist nicht mehr spürbar, dies liegt daran, das diese Löcher bis zu 60 % des Luftstroms bremsen können, sogar durch diese gestanzten Kanten entstehen Luftverwirbelungen die dann den Lärm verursachen können.

Was kann man dagegen tun?

Wenn Ihr einwenig Handwerklich geschickt seid, flext mit einen Dremel eine Rundung ins Gehäuse, da wo die Löcher sind, montiert dann ein Lüftergitter wie es bei Netzteilen standart sind, da diese den Luftstrom kaum stören

Das selbe Problem gilt auch für Netzteile, in einigen ist es dermassen eng, dass dort kaum Luftbewegungen stattfinden, es gibt sogar immer noch Netzteile die immer noch Löcher in der Rückwand haben und dahinter sitzt dann der Lüfter.

Wichtig

Wenn keine Luftbewegung im Gehäuse stattfindet, kann das für ein aktuelles Athlon XP oder Pentium IV System absolut tödlich sein, da die CPU-Lüfter nur in der eigenen heissen Luft drehen würden.

Luftzug nach oben?

In der Physik lernen wir: Warme Luft steigt nach oben!

Der übliche Aufbau eines Gehäuses; vorne wird Frischluft eingeblasen und hinten oben die Warmluft wieder rausgesaugt! Enermax Netzteile helfen hierbei, da diese Netzteile einen zweiten Lüfter besitzen, der die Luft ansaugt und durch den anderen Lüfter in der Rückseite des Netzteil nach draussen befördert. Die einzigen Wärmequellen die Wärme produzieren, die nicht einfach weg kann, kommt von den 51/4“ Laufwerken, ins besondere von CD-/DVD-Brennern, dies hält sich aber scheinbar in grenzen.





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Zusammengefaßt

Es arbeiten im CS 601 zwei Lüfter in der Front die Frischluft reinblasen und drei Lüfter (2 + Netzteil) auf der Rückseite, die die warme Luft raussaugen, durch den entstehenenden Luftzug wird die Luft durch das Gehäuse gesogen! Hierbei sollte eigentlich keine warme Luft mehr aufsteigen.

Aber es gibt noch Hinternisse für die Luft im Gehäuse, dass wären z.B. Stromkabel, IDE-Kabel und die Steckkarten in den Slots, dies sind alles Hinternisse um die die frische Luft vorbei muss, daher solltet Ihr versuchen alle Kabel aus dem Weg zu schaffen. Bei den Stromkabeln ist das noch einfach, da diese ja rund sind, aber die ganzen Flachbandkabel sind Flach und Breit! Hier gibt es zwei möglichkeiten: 1. Neue gerundete IDE-Kabel kaufen oder 2. die Flachbandkabel selber runden. ABER denkt daran, dass durch das selberrunden des Flachbandkabel zu beschädigungen des Kabels kommen kann!





Wer gut gearbeitet hat, sieht das dem Luftstrom von vorne nach hinten nix mehr im wege ist, ausser die CPU.

 


 

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Über den Autor

In seiner Freizeit kocht Norman chinesisch und fährt Fahrrad. Auf planet-rcs.de veröffentlicht er sowohl Hardware- und Spiele-Tests als auch Kochrezepte.

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