Von Arne
Seit kurzem gibt es einen neuen Hersteller im Bereich Grafikkarten: Albatron aus Taiwan. Die Firma wurde ursprünglich 1984 gegründet, hat aber bisher Fernseher und Projektoren hergestellt. Gegen Ende 2001 schlug die Firma dann eine neue Richtung ein. Der Einstieg in die IT Branche wurde schon länger geplant, nun aber endlich durchgeführt.
Mit dem Umzug in einen neuen, modernen Gebäudekomplex Anfang 2002, war die Sache perfekt. Albatron will sich nun in der IT Branche etablieren, und zwar mit Mainboards, Grafikkarten, Server Hardware sowie LCD- und Plasma Displays. Angeblich wurden ehemalige Mitarbeiter von Gigabyte abgeworben, so dass man von einem gewissen Know-How und Erfahrung im PC-Business ausgehen kann.
Albatron stellt Grafikkarten her und wir haben uns die GeForce 4 Ti 4200 in der 128 MB Version angesehen. Die 4200er GeForce Karten sind im Moment der Renner unter den Grafikkarten, weil sie ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten.
Es gibt sie mit 64 MB und mit 128 MB Grafikspeicher, wobei 64 MB eigentlich voll ausreichend sind, für alle jetzigen Spiele, aber zukünftige Spiele wie z.B. Unreal 2 oder Unreal Tournament 2003 sollten auch Karten mit 128 MB vernümpftig ausnutzen können. Wer also etwas vorausschauend plant, setzt lieber auf die Version mit 128 MB Ram.
Die Albatron Karte baut auf einer blauen Platine auf, welche eine tolle Optik bietet ( vorallem zusammen mit meinem blauen Mainboard ).
Montiert ist ein silberner Kühler, welcher nicht gerade zu groß ausgefallen ist, aber ausreichend kühlt und eine gute Optik besitzt. Die äußeren Lamellen sind immerhin strömungsgünstig angeordnet, was auf jeden Fall eine Geräuschreduzierung mit sich bringt. Die Lüfterblätter selbst sind halb-transparent, was zu einem Modding mit LEDs einlädt.
Die Karte bietet wie alle anderen GeForce 4 Ti Karten natürlich auch Dual-Monitoring Support, d.h. man kann zwei Monitore gleichzeitig an die Grafikkarte anschließen. Über die Treiber-Software stellt man dann ein, ob man das Bild "Klonen" will, also auf beiden Bildschirmen das selbe Bild sieht, oder ob man z.B. den Windows-Desktop über beide Monitore "strecken" will. Das erweitern des Desktops ist ein gängiges
Verfahren im Bereich der Grafikbearbeitung oder CAD-Design, denn es steht mehr Arbeitsfläche zur Verfügung. Mittlerweile gibt es auch einige Spiele, die zwei Monitore unterstützen, z.b. Serious Sam II. Vorhanden sind ein herkömmlicher VGA Anschluss (blau) und ein Anschluss für den neuen DVI-Standart (weiß). Mittels eines Adapters, der leider nicht beiliegt, kann man an dem DVI Anschluss allerdings auch normale Monitore betreiben. Wer einen Monitor mit DVI Anschluss besitzt sollte diesen unbedingt nutzen, da die Bildqualität um einiges besser ist, als mit dem alten Standart. Außerdem gibt es einen TV-Out, womit man einen herkömmlichen Fernseher an seine Grafikkarte anschließen kann.
Albatron verbaut auf der GeForce 4 Ti 4200 Speicher von Samsung mit 4,0 Nanosekunden.
Zu der Karte gibt es noch eine Treiber CD und ein Kabel. Auf der CD, die bei meiner Karte beilag, befindet sich der Treiber entsprechend der Detonator Version 29.42.
Bevor ich mit dem Overcklockingtest beginne, wollte ich eigentlich noch Speicher-Kühler für den Ram montieren, und zwar die aus dem Thermaltake Memory Cooling Kit. Leider war dies nicht möglich. Die neue Generation der Ram Bausteine ist so flach, das selbst ein SMD-Kondensator noch höher ist. Auf jeden Fall ist es nicht möglich den Speicher der Karte mit Kühlkörpern zu Kühlen, die mehr als ein Modul bedecken sollen. Auf dem Bild kann man den Spalt zwischen den Ram Baustein und dem Kühlkörper erkennen.
Da ich keine Lust hatte die Kühlkörper zu zersägen, ging es ohne zusätzliche Kühlung ans Overclocken.
Zuerst einmal musste die Karte bei Werkseinstellungen zeigen wie viel in ihr steckt. Als Benchmark benutze ich 3D Mark 2001 SE.
Mein System: AMD XP 1600+@1900+ , 512 MB DDR Ram @ CL2 , 80 GB Raid 0 Array und natürlich die Albatron GeForce Karte.
Zum übertakten benutze ich die im Treiber enthaltene Funktion zur Einstellung der Taktfrequenz:
Der Standart-Takt der GeForce 4 Ti 4200 ist 250MHz Chip-Takt und 500MHz Speicher-Takt.
3D Marks bei 250 / 500 :
Der Standart-Takt einer GeForce 4 Ti 4600 wäre 300MHz Chip-Takt und 600MHz Speicher-Takt, deshalb testen wir, ob die Albatron diese Taktfrequenzen mitmacht.
3D Mark 2001 SE läuft bei 300 / 600 -Taktung noch fehlerfrei durch, und das bei Standart-Kühlung.
3D Marks bei 300 / 600:
Als nächstes wird probiert, ob die Karte noch höhere Taktfrequenzen verkraftet. Bei Chip-Takt 305MHz und Speicher-Takt 610MHz gibt es schon leichte Bildfehler, was auf zu hohen Speicher-Takt hinweist. Bei 4ns Ram kein Wunder, 3,6ns Ram wäre hier natürlich von Vorteil, aber für den Preis der Karte kann man das nicht erwarten. 3D Mark läuft bei dieser Taktung jedoch noch ohne Absturz durch, wobei die Verbesserung fast nicht mehr messbar ist, das Ergebnis: 10028 3D Marks. Mit einer besseren Kühlung der Rams und einer Spannugserhöhung wären bestimmt noch höhere Taktraten möglich, aber soweit wollen wir hier nicht gehen.
Immerhin haben wir einen Performace-Gewinn von ca. 7% erreicht, ohne zusätzliche Kühlung der Karte und ohne Bildfehler. Nicht alle Karten machen dies so problemlos mit.
Alles in Allem kann ich die Albatron GeForce 4 Ti 4200 jedem empfehlen. Der Preis von 159 EUR ist einfach unschlagbar und die Performace ist gut.
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