D-Link Printserver DP-301P+

Von Arne

Wer kennt das Problem nicht, man will drucken , aber der Rechner an dem der Drucker angeschlossen ist ist mal wieder grade aus? Dieses Problem hat wohl jeder der mit Druckern im Netzwerk arbeitet schon mal gehabt.
Wozu Netzwerkdrucker? Ganz einfach damit man nicht für jeden Rechner einen Drucker kaufen muss, das würde die Kosten unnötig in die Höhe treiben. Jedes Moderne Betriebssytem bietet die Möglichkeit einen angeschlossenen Drucker anderen Rechnern im Netzwerk zur verfügung zu stellen. Aber genau dann gerät man in den Konflikt dass der Rechner mit dem Drucker immer angeschaltet sein muss, wenn irgendein Client im Netzwerk drucken will. Dies ist oft unerwünscht, da der Rechner z.B. zu laut ist, zu viel Strom verbraucht oder einfach nicht unbeaufsichtigt laufen soll.
Die Abhilfe schafft hier ein sog. Print Server. Print Server sind kleine Geräte die einen oder mehrere Drucker im Netzwerk verfügbar machen.
Heute beschäftigen wir uns mit dem D-Link DP-301P+.



Der 301P+ ist der direkte Nachfolger des DP-101P+. Der größte unterschied ist, dass der 301P+ jetzt 100mBit unterstüzt, während sein Vorgänger nur 10mBit konnte. Außerdem beherrscht er das HP-PJL Protokoll für bi-directionales Management. So weit so gut, also was bietet der DP-301P+ uns alles?

-Unterstüzt TCP/IP, NetBEUI, Apple EtherTalk
-HP-PJL Protokoll für bi-direktionales Management
-Firmware aufrüstbar über Netzwerkdownload
-Unterstüzt Webkonfiguration
-Unterstüzt SNMP und MIB2 (RFC 1213)

Der DP-301P+ ist tatsächlich sehr kompakt. Man steckt ihn direkt auf den Parallel-port des Druckers schließt noch das Netzwerkkabel an und zum Schluß das Stromkabel schon ist man fertig.

Management

Management via Webbrowser

Neben des beiligenden Windows Tools "PS Admin" gibt es noch die einfachere Methode den Print Server über einen Webbrowser zu konfigurieren.


Die Startseite des Webinterface (Klick für eine größere Ansicht)

Voreingestellt ist die IP Adresse 192.168.0.1 , man muss also sicherstellen, dass der Rechner mit dem man die Einstellungen vornehmen will eine Adresse im richtigen Subnetz besitzt.
Unter Linux kann man schnell ein Alias-Interface starten mit "/sbin/ifconfig eth0:1 192.168.0.2 up" . Nun hat man die Möglichkeit die IP-Adresse des Printservers auf das richtige Subnetzt einzustellen um dann später ohne das Alias Interface auskommen zu können. ("/sbin/ifconfig eth0:1 down")


TCP/IP Protocol(Klick für eine größere Ansicht)

Unter "Configuration->TCP/IP Protocol" stellen wir die IP Adresse ein.
Wie man erkennt ist der Print Server auch DHCP , BOOTP und RARP fähig, kann also seine IP-Adresse auch automatisch von einem dafür vorgesehen Server beziehen. Gut in diesem Zusammenhang ist, dass im Webinterface die MAC Adresse des Print Servers angegeben ist, um z.B. einen DHCP Server so zu konfigurieren dass der Print Server anhand der MAC Adresse immer die selbe IP bekommt.

Unter "Configuration->Server Device" lässt sich der Port-Name Einstellen, dieser wird benötigt wenn der Drucker als LPD Drucker genutz werden soll.
Ich habe den Standardeintrag (PS-553231-P1) beibehalten.


Server Device (Klick für eine größere Ansicht)

Management via Telnet

Es ist auch möglich den DP-301P+ über Telnet zu managen. Nach herstellen der Verbindung wird man zunächst aufgefordert das Passwort anzugeben. Ist keins gesetzt drückt man hier einfach enter.


Begrüßung bei der Telnet-Session

Nach der Passworteingabe gelangt man zum Hauptmenü, dort trifft man seine Auswahl mit den Tasten 1 bis 0 um in die Untermenüs zu gelangen, der Rest sollte selbsterklärend sein. Auf den meißten Systemen ist sowieso ein Webbrowser verfügbar welcher eine intuitivere Einstellung des Print Servers zulässt.


Main Menu

Konfiguration

Im Webinterface habe ich nur die IP Adresse an mein Subnetzt angepasst, alle SNMP einstellungen auf Read Only gesetzt und ein Passwort für das Webinterface vergeben (sicher ist sicher).
Nach dem drucken einer Testseite aus dem Webinterface des Printservers heraus war klar das diesbezüglich schon mal alles funktioniert. Nun kommen wir zur Konfiguration des Betriebssystems, damit wir auch wirklich drucken können.
Als Bettriebssystem kommt für dieses Konfigurationsbeispiel Mandrake Linux 9.0 zum Einsatz. Die Konfiguration unter Windows ist meiner Ansicht nach trivial, da alle Hersteller sich auf Windows konzentrieren, ob Produkte allerdings auch mit Linux zu verwenden sind ist meißtens nicht ganz eindeutig.

Konfiguration als TCP/Socket Drucker

Als root oder besser mit su starten wir Printerdrake ( /usr/sbin/printerdrake ) das Drucker-Konfigurationstool von Mandrake. Sind keine weiteren Drucker eingerichtet sieht es so aus:


Printerdrake

Wir wählen natürlich "Drucker hinzufügen" . Als nächstes werden wir nach der Art des Druckers gefragt. Für die Zusammenarbeit mit dem Print Server wählen wir TCP als Druckerart.


Druckerart auswählen (Klick für eine größere Ansicht)

Als nächstes müssen wir noch die IP-Adresse angeben die wir weiter oben im Webinterface des Print Servers eingestellt haben (hier: 192.168.1.250) , der Port 9100 bleibt unverändert.


IP-Adresse einstellen (Klick für eine größere Ansicht)

Zu guter letzt noch den Treiber für den Drucker auswählen.


Treiber Auswahl (Klick für eine größere Ansicht)

Danach kann eine Testseite gedruckt werden und dann ist man fertig. Von nun an kann man den Drucker aus allen Programmen heraus verwenden.

Konfiguration als LPD Drucker

Alternativ zu der obigen Konfiguration ist es auch möglich den DP-301P+ als LDP Server anzusprechen. Wieder im Printerdrake (siehe oben) erhalten wir nun folgendes Bild, denn der TCP/Socket Drucker ist ja schon installiert:


Printerdrake (Klick für eine größere Ansicht)

Wir wählen wieder "Drucker hinzufügen". Diesmal geben wir jedoch an der Drucker sein an einem LPD Server angeschlossen.


Auswahl des Durckertyps (Klick für eine größere Ansicht)

Danach werden wir aufgefordert die Adresse sowie den Port den Druckers anzugeben. Die Adresse ist natürlich die von uns Eingestellte IP-Adresse , den Port können wir auch über das Webinterface oder via Telnet einstellen. In diesem Fall ist die Standard-Bezeichnung des Print ServersPS-553231-P1 diese habe ich für das Beispiel nicht verändert.


Einstellen des LPD Servers (Klick für größere Ansicht)

Alle weiteren Schritte wie Treiber-Auswahl und Test-Seite drucken sind wie oben und werden nicht noch einmal aufgeführt. Von Nun an ist der Drucker auch als LPD Drucker im System verfügbar.

Konfiguration unter Windows
Wie man den Drucker unter Windows einrichtet ist von D-Link sehr gut beschrieben, man findet die Anleitungen als PDF Dateien auf der Webseite von D-Link.


Fazit

Der D-Link DP-301P+ erfüllt was er verspricht. Die Installation ist sehr simpel auch mit Linux arbeitet er problemlos zusammen. Preislich liegt er im unteren Mittelfeld unter den Print Servern mit einem Port, trozdem braucht er sich nicht zu verstecken. Ich bin sehr zufrieden und kann den DP-301P+ weiterempfehlen. Das einzigste was leider fehlt ist eine Möglichkeit den Zugriff auf den Drucker einzuschränken. Hier wären z.B. IP-Basierte ACL`s denkbar (Access Controll List).

Links:
D-Link

 


 

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Über den Autor

Wenn Arne keine Artikel für planet-rcs schreibt dann programmiert er Webanwendungen in Python und trainiert mit dem Fahrrad für die Vattenfall-Cyclassics.

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