Empires : Die Neuzeit

Von Falko

Vom donnernden Galopp der Kavallerie zum Getöse der Bombenangriffe hallt der Lärm des Krieges durch 1000 Jahre, während Sie eine der sieben mächtigsten Nationen der Erde, jede mit einzigartigen, historisch akkuraten Militärstrukturen, Waffen, Technologien und wirtschaftlichen Möglichkeiten, zu Ruhm und Macht führen.



Die Beschreibung des Spiels auf der Rückseite der Hülle klingt ja schon mal sehr verlockend. Doch hält das Spiel auch, was es verspricht? Lest selbst.


Empires ist ein Echtzeitstrategiespiel aus dem Hause Activision und ist der indirekte Nachfolger von Empire Earth.
Die Aufgabe besteht darin Ressourcen zu sammeln, Gebäude zu errichten, Einheiten auszubilden, weitere Technologien zu erforschen und natürlich Schlachten zu führen. Dies geschiet bei Empires über fünf verschiedene Zeitalter. Es beginnt im Mittelalter, dann kommt das Schießpulver-Zeitalter, das imperiale Zeitalter, der erste Weltkrieg und es endet im zweiten Weltkrieg. Man kann zwischen neun Zivilisationen wählen, wovon vier in den ersten drei Zeitaltern gewählt werden können, während sie in den Weltkriegen in die anderen fünf übergehen.
Die Zivilisationen der ersten Zeitalter sind China, Korea, Frankreich und England. Zu Weltkriegszeiten hat man dann die Wahl zwischen Deutschland, Russland, Rep. Frankreich, United Kingdom und den vereinigten Staaten.
Es gibt vier verschiedene Rohstoffe, die abgebaut werden müssen. Man hat Nahrung zu beschaffen, Holz zu fällen und Steine und Gold abzubauen, um seine Einheiten und Entwicklungen bezahlen zu können.
Desweiteren bietet Empires zwei verschieden Spielvarianten an, die gespielt werden können. So kann man zwischen Nationenaufbau und Action wählen. Die Spiele des Nationenaufbaus sind auf Überlegung und Strategie ausgerichtet, also die Spielform der meisten Strategiespiele, während die Action-Variante mehr auf Kampf ausgerichtet ist und kurze und schnelle Runden zulässt.

Desweiteren kann gewählt werden, ob man als Einzelspieler spielt oder ein Multiplayer-Game starten möchte.
Als Einzelspieler hat man die Wahl eine Zufallskarte gegen den PC spielen zu können, ein eigenes oder heruntergeladenes Szenario zu spielen oder eine der 3 mitgelieferten Kampagnen (Richard Löwenherz, Admiral Yi oder General Patton), die von der Story her aber einfach gestrickt sind, dafür von der Ausführung des Auftrags her recht schwer sind. Überhaupt ist die KI des Computers sehr gut. Man kann dabei einen Schwierigkeitsgrad von 1-10 wählen, wobei die standartmässige Stufe 3 schon recht schwer zu knacken ist.
Im Multiplayer-Game können bis zu 8 Spieler gegeneinander über Lan oder Internet antreten. Hier gibt es zwei Siegmöglichkeiten, nämlich Eroberung oder Wundersieg, bei dem es ein Wunder der Nation zu bauen und über einen längeren Zeitraum zu verteidigen gilt. Die Wunder bringen auch der einzelnen Nation Bonusse. So bekommen die Deutschen nach der Fertigstellung des Brandenburger Tors zusätzlich Gold.



Insgesamt bietet das Spiel über 200 verschiedene Einheiten, die auf die verschiedenen Nationen aufgeteilt sind. Interessant sind auch die unterschiedlichen Geheimprojekte und Spezialwaffen, die die einzelnen Nationen entwickeln können. So besitzen die Deutschen die Bismark und V1 und V2 Raketen, die Russen haben Scharfschützen, die USA MP-Einheiten, Flugzeugträger und den B52-Bomber, der Atombomben schmeißen kann. Die erforschten Geheimprojekte können auf einzelne Einheitentypen angewendet werden, sodaß sie sich z.B. schneller bewegen oder günstiger erstellt werden können.



Bei Empires wird zu Lande, zu Wasser und in der Luft gekämpft, wobei die Luftwaffe erst in den beiden Weltkriegen richtig zur Geltung kommt. Desweiteren gibt es auch die Priester, die aber in diesem Spiel nicht feindliche Einheiten bekehren können, sondern Erdbeben und die Pest heraufbeschwören. Die Priester gibt es aber nur in den ersten drei Epochen, sodaß die Priesterliebhaber hier wohl eher ein Nachteil haben. Etwas unlogisch ist es, daß sich bereits vorhandene Einheiten nicht bei Epochenanstieg mit weiterentwickeln. So bleibt ein Musketenschütze bei einem Wechsel der Epoche vorhanden und verwandelt sich nicht in einen einfachen Soldaten. Ein weiterer Unterschied zu anderen Spielen ist der, daß man die Fähigkeiten der Einheiten nicht alle erst entwickeln muß, sondern sie schon festgelegt sind. Um seine Einheiten zu verstärken gibt es die Geheimaufträge.



Die Steuerung des Spiels ist einfach gehalten und dürfte den Strategie-Spielern bekannt vorkommen. So werden Einheiten per Klick ihre Aufträge und Zielpunkte zugeordnet, per Markierung können Gruppen gebildet und mit Hilfe des Ziffernblocks aufgerufen werden.
Grafisch ist das Spiel schön anzusehen. Man hat auch bei diesem Spiel die Möglichkeit sich bis in die 3D-Ansicht zu zoomen, was zwar sehr schön anzusehen ist, aber beim Spielen dann eher doch hinderlich ist. Die Einheiten und Gebäude sind gut anzuschauen und nett animiert. Bei der Zerstörung eines Gebäudes fängt es z.B. nicht nur an zu brennen, wie bei vielen anderen Strategiespielen, sondern ändert auch die Beschaffenheit des Aussehens. Sehr schön gemacht wurde die Wasser-Darstellung, mit Sandbänken, tiefen und seichten Wasser.



Etwas unlogisch sind aber manchmal die Größenverhältnisse der Einheiten. So sind Fische im Wasser genauso groß wie ein Fischerboot oder ein Flugzeugträger. Aber wer möchte auch schon einen Flugzeugträger in einem Strategiespiel, der über 2 Bildschirme geht.
Auch die Ohren werden bei diesem Spiel nicht vernachlässigt, da der Sound des Spiels sich hören lassen kann. Die Explosionen und Schüsse sind sehr realistisch gemacht. Wird ein Gebäude angegriffen, so hört man Fenster zerspringen oder bei einem Angriff eines Bombers heulen auf einmal Flugalarm-Sirenen auf.



Die Musik ist schön gemacht, wird aber nach längerem Spielen dann doch ein wenig monoton, ebenso wie die Befehlsbestätigungen der einzelnen Einheiten.

Alles in allem ist Empires: Die Neuzeit ein gut gemachtes Strategie-Spiel. Die Grafik und der Sound sind gut und die KI des PC‘s sehr gut gemacht. Die verschiedenen Völker mit ihren unterschiedlichen Einheiten und Geheimaufträgen bieten immer wieder neue Möglichkeiten andere Strategien zu erstellen und auch das Multiplayer-Spiel kann einen an den Rechner fesseln.
Eher negativ zu sehen sind die einzelnen Kampagnen, deren Anzahl recht gering ist. Aber mit Hilfe des Editors können eigene Kampagnen erstellt werden, sodaß man bald bestimmt weitere aus dem Internet erhalten wird. Schade ist auch, daß es mit Eroberung und Wundersieg nur zwei verschiedene Siegmöglichkeiten gibt.
Wer also ein gutes Strategie-Spiel sucht und nicht unbedingt die Lust besitzt sich durch 10 Epochen der Weltgeschichte zu hangeln und sämtliche Fortschritte erforschen zu müssen, sondern gleich seine Einheiten in den Kampf schicken will, der wird mit Empires seine wahre Freude haben. Aber auch den anderen Strategie-Liebhabern wird dieses Spiel gefallen.
Aufpassen muß man aber mit den minimalen Vorraussetzungen der Systemanforderungen, die der Hersteller vorgibt, da es in Einzel- und Multiplayer-Spielen mit vielen Einheiten dann sehr ruckelig werden kann.

Hier geht es zur offiziellen Homepage:
www.empirerts.com

Minimum-Systemanforderungen
Prozessor: mindestens 600 MHz
Ram: 128 MB
Festplatte: 900 MB freier Speicherplatz
Windows 98/2000/ME/XP

Empfohlen
Prozessor: 1 GHZ
Speicher: 256 MB

Testrechner:
AMD Athlon XP 2000 +
1024 MB RAM
GeForce 4 MX-440 64 MB
Windows XP

 


 

Vielleicht auch interessant:


Über den Autor

Falko widmet sich gerne seiner DVD-Sammlung oder ist auf seinen Laufschuhen durch den Wald unterwegs. Wenn genügend Zeit bleibt, macht er ein paar Spieletests und veröffentlicht sie auf planet-rcs.de.

Feedback