3Ware Escalade 7000-2

Von Arne

Das kleinste Modell der Escalade Serie aus dem Hause 3Ware ist der 7000-2. Ein 2 Kanal IDE Raid Controller. 3Ware ist für seine gute Qualität und Kompatibilität bekannt, deshalb ist der 7000-2 auch teuerer als vergleichbare Modelle anderer Hersteller, wie z.B. Promise oder Highpoint. Ob der Controller sein Geld wert ist, wollen wir in diesem Artikel klären.



Technische Daten

Modell: Escalade 7000-2B
Laufwerke: bis zu 2 ATA 133
IDE Kanäle: 2
Raid Level: 0,1,JBOD
PCI Interface: 32bit, 33MHz
IDE Hot Swap: Ja
Betriebssystme: Windows 98/ME/NT4.0/2000/XP , Linux ab Kernel 2.2.15
Garantie: 3 Jahre


Der Controller

Auf den ersten Blick fällt auf, dass der Controller trotz langem Slotblech eigentlich ein Low-Profile Controller ist, somit kann er mit passendem Slotblech auch in flachen 19" Gehäusen eingesetzt werden, ohne den Umweg über Riser-Cards.
Der 7000-2 hat zwei Anschlüsse für 40 Polige ATA Kabel. Trotz der zwei unabhängigen IDE Kanäle ist nur ein Einsatz von zwei Festplatten möglich, anders als z.B. am Mainboard. Nur eine Festplatte pro Kanal hat mehrer Vorteile. Zum einen ist bei einem Ausfall einer Festplatte meist der ganze IDE Kanal blockiert, so dass dies beim Einsatz von Raid nichts bringt, da keine Fehlertoleranz mehr gegeben ist. Außerdem hat eine einzelne Festplatte am Kanal natürlich mehr Bandbreite, wobei das bei maximalen 133 MB/s natürlich nicht von heutigen Festplatten ausgenutzt wird.

Echtes Hardware Raid

Im Gegensatz zu z.B. den Raid Controllern von Promise, bietet der 3Ware Controller echtes Hardware Raid, d.h. die Verwaltung und Berechnung der Raid Daten erfolgt im Controller und entlastet die CPU. Für das Betriebssytem lässt sich das Raid Array als eine einzige SCSI Festplatte ansprechen. Zwar werden Raid Arrays an Promise Controllern meißt auch als SCSI Festplatte erkannt, jedoch nur mit dem richtigen Treiber, welcher dann auch dafür sorgt, dass die CPU die Berechnung der Raid Daten übernimmt.

Der Einbau

Der Einbau des 7000-2 gestalltet sich gewohnt unkompliziert. Den Controller einfach in den PCI Slot stecken und mit einer Schraube am Slotblech sichern. Es fällt auf, dass der 7000-2 sowohl in 33MHz als auch in 66MHz PCI Slots betrieben werden kann, was man an den zwei Kerben in der Anschluss Leiste sieht.



Die IDE Kabel sollte man vor dem Einbau schon am Controller einstecken, man ersparrt sich so umständliche Arbeit. Hat man unter dem 7000-2 keinen PCI Slot mehr frei, so kann man keine gerundeten IDE Kabel verwenden, da schon die normalen Flachbandkabel die darunter liegende Karte berühren. Hier sollte man die PCI Karten im Rechner nach Möglichkeit so umstecken, dass man Platz unter dem 7000-2 hat, z.B. auch indem der Controller in den untersten PCI Slot gesteckt wird.

Raid Level

Raid heißt Redundant Array of Independend Disks (manchmal auch Inexpensive anstatt Independend). Ursprünglich wurde Raid eingeführt um die Datensicherheit zu erhöhen, was sich auch im Wort "Redundant" wiederspiegelt. Mittlerweile gibt es verschiedene Raid Level die auch die Performance erhöhen. Hat man mehrere Festplatten in einem Raid-Verbund zusammengeschlossen, spricht man von einem "Array".

Der Escalade 7000-2 unterstüzt drei verschieden Raid-Level: 0,1,JBOD.

Raid 0 (Striping)
Beim Raid 0 werden die Daten auf mehrere (hier zwei) Festplatten aufgeteilt, so dass sich die Lese-/Schreiblast der Festplatten ca. halbiert, dadurch ist die Performance des Raid-Arrays fast doppelt so hoch, wie die der einzelnen Festplatten. Jedoch halbiert sich auch die Sicherheit. Beim Ausfall einer Festplatte sind alle Daten restlos verloren. Raid 0 empfiehlt sich nur, wenn man höchste Performance braucht und keine sensiblen Daten speichert. Beim Raid 0 ist die Nutzbare Kapazität gleich "Anzahl der Festplatten" mal der "Kapazität der kleinsten Festplatte im Array". Zwei 80 GB Platten im Raid 0 werden als wie eine große 160 GB Festplatte benutzt. Eine 60GB und eine 40GB Platte würden 80GB ergeben, wobei 20GB nicht benutzbar sind. Ich selbst betreibe seit einem Jahr ein Raid 0 Array aus zwei Maxtor 40 GB Platten an einem Onboard Promise Controller auf meinem Mainboard und bin durchaus zufrieden. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten liegen zwischen 70 und 80MB/s was für IDE Platten schon wirklich gut ist, aber obwohl ich nie Probleme gehabt habe, ist mir Raid 0 eigentlich zu riskant, für Server jeglicher Art ist es eigentlich nicht akzeptabel.

Raid 1 (Mirroring)
Beim Raid 1 werden die Daten auf zwei Platten gespiegelt, so dass auf beiden Festplatten stets die selben Daten vorhanden sind. Somit hat man eine sehr gute Datensicherheit gewährleistet, denn beim Ausfall einer Festplatte sind alle Daten noch vorhanden. Die defekte Festplatte kann ausgetauscht werden, der Controller repariert das Array und die Datensicherheit ist wieder hergestellt. Für kritische Server bietet also Raid 1 eine sehr gute Möglichkeit die Verfügbarkeit zu erhöhen, denn im Zusammenhang mit Hot-Swap Festplattenrahmen, ist es möglich im Betrieb die defekte Festplatte zu ersetzen. Die Performance von Raid 1 Arrays ist die selbe, wie die der einzelnen Festplatte. Raid 1 bietet eine nutzbare Kapazität von der Größe der kleinsten Festplatte im Array, zwei 80GB Platte ergeben ein 80GB Array, eine 60GB und eine 40GB Platte ergeben ein 40GB Array.

JBOD (Just a Bunch of Disks)
Beim JBOD werden die Festplaten einfach "aneinander gehängt". Datensicherheit und Performance sind genauso groß, wie bei einer einzelnen Festplatte nur die Kapazität ist größer. Zwei 80GB Platten ergeben ein 160GB Array, eine 60GB und eine 40GB Platte ergeben ein 100GB Array. JBOD ist eigentlich kein Raid, da weder Datensicherheit noch Performance erhöht werden, allerdings ist JBOD eine Möglichkeit mehrere kleine Festplatten als eine große zu benutzen was, bei sehr großen Dateien oft hilfreich sein kann. Außerdem hat JBOD den Vorteil dass kein Speicherplatz verloren geht, wenn die Festplatten eine unterschiedliche Größe aufweisen. JBOD ist allerdings keine wirkliche Alternative zu Raid.

Inbetriebnahme

Getestet habe ich den Controller nur unter Linux. Unter Windows sollte es jedoch auch problemlos funktionieren. Da für alle Kernel ab 2.2.15 ein Open Source Treiber vorliegt , wird der Controller eigentlich von allen Linux Distributionen erkannt. Bei mir traten auf jeden Fall keine Probleme auf. Unter RedHat 8.0 wird der Controller bei der Installation erkannt und man kann auf das vorher erstellte Array wie auf eine SCSI Platte zugreifen. Es gibt für das Betriebssystem praktisch keinen Unterschied zwischen einer SCSI Platte und dem Raid Array. Ich habe mich im übrigen dafür entschieden das Betriebssytem auf ein Raid 1 Array zu installieren, so nutze ich die erhöhte Datensicherheit nehme aber den Verlust der Kapazität in Kauf, hier muss jeder selbst entscheiden.

Controller Bios

Hat man den Controller richtig eingebaut und mindestens eine Festplatte angeschlossen, sollte vom Bios des Mainboards das Bios des Controllers initialisiert werden. Um die angeschlossenen Festplatten zu nutzen, muss man diese zuerst im Bios des Controllers einem Array zuordnen. Das Controller Bios lässt sich vom erfahrenen User intuitiv bedienen, wer sich unsicher ist, findet eine gute Anleitung in der Betriebsanleitung des Controllers. Alles in allem sollten hier wirklich keine Probleme auftreten. Erwähnenswert bleibt nur, dass auch eine einzelne Festplatte erst einem Array zugeordnet werden muss, bevor sie genutzt werden kann.

Software

Zum Controller gibt es noch eine Software, die die Überwachung der Arrays ermöglicht. Man kann sich z.B. über E-Mail benachrichtigen lassen, wenn eine Festplatte ausgefallen ist. Ich habe diese Software jedoch noch nicht getestet, deshalb erstmal keine weiteren Angaben dazu.

Benchmarks

Die Benchmarks fallen hier mal recht spärlich aus. Ich kann nur die Ausagbe von hdparm -Tt /dev/sda angeben, da mir keine anderen Tools zur Verfügung stehen um die Festplatten Performance zu messen.

hdparm -Tt /dev/sda

/dev/sda:
 Timing buffer-cache reads:   128 MB in  0.77 seconds =165.92 MB/sec
 Timing buffered disk reads:  64 MB in  1.61 seconds = 39.67 MB/sec



Diese Werte wurden an einem Raid 1 Array aus zwei Maxtor 6L080J4 gemessen, der Datendurchsatz entspricht genau dem, der mit einer einzelnen Festplatte gleichen Typs am onboard IDE Controller erreicht wird.

Fazit

Alles in allem kann ich den Controller weiter empfehlen. Auch wenn der Preis höher ist, als bei anderen 2 Kanal Raid Controllern, erwirbt man hier doch ein gutes ausgereiftets Produkt, welches keine mir bekannten Kompatibilitäts Probleme aufweist. Besonders zu erwähnen ist die vorbildliche Unterstützung in Linux Systemen.

Links

3Ware

 


 

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Über den Autor

Wenn Arne keine Artikel für planet-rcs schreibt dann programmiert er Webanwendungen in Python und trainiert mit dem Fahrrad für die Vattenfall-Cyclassics.

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