Festplatte einbauen und mounten

Von Arne

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Changelog:
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25.01.2003: fstab erklärung erweitert
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12.01.2003: Fdisk Sektion erweitert, Partitionsgrößen in Byte
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01.01.2003: Erste Fassung
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[b:af2f3332d9]1. Hardware Einbau:[/b:af2f3332d9]
Hierauf will ich eigentlich nicht weiter eingehen, die Festplatte sollte jeder selbst einbauen können, wichtig ist nur das man sich merkt an welchem Controller die Platte hängt und ob sie Master oder Slave ist. Unter Linux gelten folgende Bezeichnungen für die IDE Geräte:

[b:af2f3332d9]Primary Master = hda
Primary Slave = hdb
Secondary Master = hdc
Secondary Slave = hdd[/b:af2f3332d9]

Für die spätere Konfiguration muss man wissen, mit welcher hdx man es zutun hat.

[b:af2f3332d9]2. Bios Einstellungen:[/b:af2f3332d9]
Eigentlich sollte die Platte nach dem Einbau vom Bios erkannt und Konfiguriert werden, ist das nicht der Fall, ist dieses das falsche Tutorial.

[b:af2f3332d9]3. Partitionieren:[/b:af2f3332d9]
Unter Linux benutze ich fdisk zum partitionieren von Festplatten (nicht das DOS fdisk). Man sollte root sein um die Festplatte mit:

[b:af2f3332d9]#fdisk /dev/hdx[/b:af2f3332d9]

zu partitionieren. (Das x ist hierbei der Buchstabe, der bei Punkt (1) ermittelt wurde.) Nach dem starten von fdisk (und nach jedem Befehl) erhällt man folgenden Prompt:

[b:af2f3332d9]Befehl (m für Hilfe):[/b:af2f3332d9]

[b:af2f3332d9]m[/b:af2f3332d9] bringt die Hilfe zum vorschein:

Befehl Bedeutung
a (De)Aktivieren des bootfähig-Flags
b »bsd disklabel« bearbeiten
c (De)Aktivieren des DOS Kompatibilitätsflags
d Eine Partition löschen
l Die bekannten Dateisystemtypen anzeigen
m Dieses Menü anzeigen
n Eine neue Partition anlegen
o Eine neue leere DOS Partitionstabelle anlegen
p Die Partitionstabelle anzeigen
q Ende ohne Speichern der Änderungen
s Einen neuen leeren »Sun disklabel« anlegen
t Den Dateisystemtyp einer Partition ändern
u Die Einheit für die Anzeige/Eingabe ändern
v Die Partitionstabelle überprüfen
w Die Tabelle auf die Festplatte schreiben und das Programm beenden
x Zusätzliche Funktionen (nur für Experten)


Dann kann man mit [b:af2f3332d9]p[/b:af2f3332d9] die aktuelle Partitionstabelle anzeigen lassen, die entweder leer ist (wenn die Platte bisher nicht genutzt wurde) oder die die alten Partitonen enthällt.
Mit [b:af2f3332d9]d[/b:af2f3332d9] löscht man evtl vorhandene Partitionen. Mit [b:af2f3332d9]n[/b:af2f3332d9] legt man nun neue Partitonen an Nachfolgend ein möglicher Dialog Ablauf (hier allerdings bei einer Diskette (/dev/fd0). da ich meine Festplatte nicht neu partitonieren wollte :) )

[b:af2f3332d9]Befehl (m für Hilfe):[/b:af2f3332d9] p

Festplatte /dev/fd0: 2 Köpfe, 18 Sektoren, 80 Zylinder
Einheiten: Zylinder mit 36 * 512 Bytes

Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id Dateisystemtyp

[b:af2f3332d9]Befehl (m für Hilfe):[/b:af2f3332d9] n
Befehl Aktion
e Erweiterte
p Primäre Partition (1-4)
p
Partitionsnummer (1-4): 1
Erster Zylinder (1-80, Vorgabe: 1): 1
Letzter Zylinder oder +Größe, +GrößeK oder +GrößeM (1-80, Vorgabe: 80): 80

[b:af2f3332d9]Befehl (m für Hilfe):[/b:af2f3332d9] p

Festplatte /dev/fd0: 2 Köpfe, 18 Sektoren, 80 Zylinder
Einheiten: Zylinder mit 36 * 512 Bytes

Gerät boot. Anfang Ende Blöcke Id Dateisystemtyp
/dev/fd0p1 1 80 1431 83 Linux


Zuerst muss man immer eine primäre Partition anlegen, bevor man erweiterte erstellt.
Ich habe hier eine primäre Partition von Zylinder 1 bis 80 erstellt.

Größen der Partitionen:
Man hat entweder die Möglichkeit die Zylinder bzw Sektoren anzugeben (wird mit [b:af2f3332d9]u[/b:af2f3332d9] im Hauptmenü umgestellt) oder aber man gibt die Partitionsgrößen in Byte, Kilobyte oder Megabyte an was doch einfacher(intuitiver) sein sollte, als in Zylindern/Sektoren. Als ersten Zylinder(Sektoren, falls man mit [b:af2f3332d9]u[/b:af2f3332d9] umgestellt hat) sollte man sowieso immer die Vorgabe wählen, z.B.

Erster Zylinder (1-80, Vorgabe: 1): 1

wählt man höhere Zylindernummern, bleibt der Speicherplatz ungenutzt, (es sein denn, man legt später im ungenutzen Bereich noch eine Partition an). Als nächstes wird man aufgefordert den letzten Zylinder anzugeben:

Letzter Zylinder oder +Größe, +GrößeK oder +GrößeM (1-80, Vorgabe: 80): 80

Man sieht schon, welche Möglichkeiten es gibt, entweder man gibt den Zylinder an (Vorgabe wäre immer der letzte Zylinder, so dass die Festplatte voll genutzt wird), oder man gibt einen Abstand als Größe an, z.B. [b:af2f3332d9]+1024M[/b:af2f3332d9] was 1024 MB bzw 1 GB entsprechen würden, oder z.B. [b:af2f3332d9]+512K[/b:af2f3332d9] würde eine 512 Kilobyte große Partiton anlegen, das Prinzip dürfte klar sein.

Hat man alle Partitionen angelegt muss man sie mit [b:af2f3332d9]w[/b:af2f3332d9] auf die Festplatte schreiben

[b:af2f3332d9]4.Filesystem anlegen (Formatieren):[/b:af2f3332d9]
Nun muss ein Dateisystem auf den Partitionen angelegt werden. Die erste Partition auf hdx (x=a,b,c,..) heißt hdx[b:af2f3332d9]1[/b:af2f3332d9] die zweite hdx2 usw. Man sollte sich also schon beim partitionieren merken, wie viele Partitionen man hat, und welche nachher welches Dateisystem bekommen sollen.

Je nach dem welches Dateisystem man benutzt gibt es unterschiedliche befehle für das Anlegen.

[b:af2f3332d9]-ext3[/b:af2f3332d9]
Ext3 ist wohl das am meißten verwendete Dateisystem unter Linux, da ext3 ein Journaling Filesystem ist wird allerdings ein teil der Festplatte reserviert, aber das ist kein wirklicher Nachteil. Ext3 ist auf jeden Fall meine Empfehlung für Linux. Besonders weil Ext3 es im gegensatz zu z.b. FAT erlaubt Dateirechte zu vergeben.
Ein ext3 Dateisystem wird mit

[b:af2f3332d9]#mkfs.ext3 /dev/hdx1[/b:af2f3332d9]

angelegt. (oder halt hdx2, hdx3 usw.)

[b:af2f3332d9]-ext2[/b:af2f3332d9]
Ext2 ist der vorgänger von ext3, der wohl einzigste gravierende Unterschied ist das Fehlen des Journals. Mit

[b:af2f3332d9]#mkfs.ext2 /dev/hdx1[/b:af2f3332d9]

wird es angelegt.

[b:af2f3332d9]-vfat[/b:af2f3332d9]
Will man die Partionen auch unter Windows lesen muss man sie mit FAT oder NTFS formtieren, wobei man bei FAt noch zwischen FAT12,16 und FAT32 unterscheiden muss. NTFS werde ich nicht behandeln. Ein FAT Dateisystem legt man mit

[b:af2f3332d9]#mkdosfs -F 32 /dev/hdx1[/b:af2f3332d9]

an, wobei -F X entscheidet ob man FAT 12 ,~16 oder ~32 hat. Standardmäßig (ohne -F)wird zwischen 12 und 16 entschieden, 32 wird nur bei expliziter Angabe erstellt.

Weitere Dateisysteme werde ich hier nicht behandeln, da es sich nur um eine Kurzanleitung handelt.
Zusätzliche Informationen gibts z.b. in den Manuals [b:af2f3332d9]#man mkfs[/b:af2f3332d9] oder [b:af2f3332d9]#man mkdosfs[/b:af2f3332d9]

[b:af2f3332d9]5.Mounten:[/b:af2f3332d9]
Die neue Platte hat nun also Partitionen und ein oder mehrere Dateisysteme, im weiteren gehe ich davon aus, dass es nur eine Partition hdd1 gibt, gibt es mehr, muss die folgenden schritte einfach mehrfach für die anderen Partitionen durchführen.

Man legt zunächst ein Verzeichnis an, in das die Partition gemountet werden soll, den anders , als in der Windows-Welt, gibt es nicht etwa Laufwerksbuchstaben, sondern es gibt nur einen großen Verzeichnisbaum, in den die verschiedenen Geräte eingehängt (mounten) werden.
Mit

[b:af2f3332d9]#mkdir /mnt/neueplatte[/b:af2f3332d9]

legen wir ein neues Verzeichnis im Ordner /mnt an. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir die Partition mit dem Befehl

[b:af2f3332d9]#mount /dev/hdd1 /mnt/neueplatte[/b:af2f3332d9]

in das Verzeichnis einhängen. Die Partiton ist jetzt vollständig einsatzbereit, ob alles geklappt hat, kann man mit

[b:af2f3332d9]#df | grep hdd1[/b:af2f3332d9]

überprüfen. Es sollte z.b. so aussehen:

/dev/hdd1 62G 33G 29G 53% /mnt/neueplatte


"df" ohne Zusätze liefert eine übersicht über alle gemounteten Datenträger.
Werden die Partitionsgrößen nicht in GB,MB,usw angegeben, sondern nur in Byte, erreicht man die Darstellung in o.g. Werten mit der Option [b:af2f3332d9]-h[/b:af2f3332d9] also z.B. #df -h

Jetzt tragen wir die Partiton noch in die [b:af2f3332d9]/etc/fstab[/b:af2f3332d9] ein, dadurch wird es möglich die Partition beim systemstart automatisch zu mounten.
Die fstab hat folgende Syntax: [i:af2f3332d9]Device Mountpunkt Dateisystem Optionen[/i:af2f3332d9] . Optionen werden mit "," getrennt. Nach den Optionen stehen zwei Zahlen, die erste kann 0 oder 1 sein. 1 bedeutet, dass die Partition beim Systemstart überprüft wird, bei 0 ist das nicht der Fall. Die zweite Zahl legt fast wann die Platte überprüft wird, hier wird der Reihenfolge nach abgearbeitet.Also fügt man folgende Zeile hinzu:

/dev/hdd1 /mnt/neueplatte ext3 defaults 0 0

"0 0" lässt die Platte bei Booten nicht überprüfen, will man eine Prüfung gibt man z.B. "1 3" an, wobei sich die zweite Zahl danach richtet, welche Werte schon bei den anderen Partitonen eingetragen sind. Man sollte hier einfach die höchste Nummer + 1 eintragen. Für FAT Dateisystemem muss man anstatt von ext3 natürlich vfat angeben.
Außerdem, während bei ext Dateisystemen die default Optionen gut funktioniern brauchen vfat Partitionen noch weitere Informationen
In meiner fstab sieht es folgendermaßen aus:

/dev/hdd1 /mnt/neueplatte vfat iocharset=iso8859-15,codepage=850,umask=0 0 0

Alle möglichen Optionen sprengen hier den Rahmen, oben genannte funktionieren bei meinen FAT32 partionen bzw. weiter oben für ext3. Für alle weiteren Optionen sei hier auf

[b:af2f3332d9]#man mount[/b:af2f3332d9]

verwiesen.

Die beiden Nullen am Ende der Zeile stehen für die Parameter, die für die Prüfung der Partitonen beim Systemstart
verantwortlich sind, "0 0" bedeutet keine Prüfung. Will man eine Prüfung kann man "1 3" angeben. Näherer Infos hierzu gibt mit

[b:af2f3332d9]#man fstab[/b:af2f3332d9]

[b:af2f3332d9]6.Fertig:[/b:af2f3332d9]
Wenn alles geklappt hat, sollte die Partition/Festplatte nun bei jedem Systemstart gemountet werden. Diese Anleitung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber als Basis sollte es reichen, alle weitern Informationen bekommt man aus den Man-Pages. Ansonsten Freue ich mich über Feedback, muss aber noch darauf hinweisen, dass ich nicht
Verwantwortlich für jegliche Schäden die durch Anwendung dieser Anleitung entstehen haftbar gemacht werden kann, alles auf EIGENES RISIKO!

Viel Spaß beim Festplatten einbauen

 


 

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Über den Autor

Wenn Arne keine Artikel für planet-rcs schreibt dann programmiert er Webanwendungen in Python und trainiert mit dem Fahrrad für die Vattenfall-Cyclassics.

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