Herr der Ringe : War of the Ring

Von Falko

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Herrn der Ringe. Spätestens seit den Filmen sind sie in aller Munde, die Abenteuer von Frodo, Sam, Aragorn, Gandalf und den weiteren Gefährten.



Es gab ja schon einige Actionspiele zu den Filmen. Nun ist von Sierra aber ein Strategiespiel erschienen, daß einem die Möglichkeit bietet, an den großen Schlachten von Mittelerde teilzunehmen.
Hier kann man wählen, ob man der guten Seite mit seinen Helden treu ist oder doch lieber die Dunkelheit von Saurons Streitkräften unterstützt.
Das Spiel bietet dazu als Einzelspieler 2 Kampagnen, die des Guten und die des Bösen, die aus mehreren Einzelabenteuern bestehen, die zum Teil den des Films gleichen, wie z.B. die Verteidigung der Hornburg, die vom Aufbau, der des Films gleicht.
Desweiteren ist es möglich ein Einzelspieler-Scharmützel gegen einen oder mehrere PC‘s zu spielen.
Auch per Multiplayer kann die Schlacht um Mittelerde geschlagen werden. Es können dabei bis zu 8 Spielern im Mehrspieler-Modus mit- oder gegeneinander antreten. Dies kann per lokalen Netzwerk oder per Internet geschehen. Es stehen 5 verschiedene Spieltypen zur Verfügung, um Multiplayer-Schlachten zu spielen. So gibt es die Aufgaben
- Abreißen
Alle gegnerische Gebäude vernichten.
- Überleben
Alle gegnerischen Einheiten und Gebäude müssen vernichtet werden, sind die Gebäude alle vernichtet, so wird ein Countdown eingeblendet, der erst verschwindet, wenn das Hauptsiedlungsgebäude wieder aufgebaut wurde, ansonsten werden die restlichen Einheiten auf der Karte angezeigt.
- Hungersnot
Es gibt keine Rohstoffe im Spiel. Zum Spielstart bekommt jeder Spieler eine bestimmte Anzahl an Rohstoffen, mit denen er auskommen muß. Auch hier müssen alle gegnerischen Gebäude und Einheiten vernichtet werden.
- Kontrolle
Es wird auf Zeit wettgeeifert, wer die meisten Plätze der Macht kontrollieren kann. Für jeden kontrollierten Platz werden Punkte vergeben. Der der zuerst 51% aller Punkte hat siegt.
- Katapult
Das Katapult ist eine alte und sehr starke Zwergenwaffe, welche irgendwo auf der Karte versteckt wurde. Dieses muß gefunden und vor den Feinden geschützt werden. Hat man die alleinige Kontrolle, so kann man es gegen seinen Feind einsetzen. Ziel ist auch hier alle feindlichen Gebäude und Einheiten zu besiegen.

Das Spiel basiert auf der Engine von Warcraft III. Wer also dieses Spiel kennt, wird sich leicht in das Spiel einfinden können, da das Spiel-Interface und die Steuerung ähnlich gestaltet sind.
Es müssen wie bei den meisten Strategiespielen Rohstoffe gesammelt, Gebäude gebaut, Einheiten erstellt und deren Austattung durch Forschung verbessert werden.
Es gibt 15 verschiedene Gebäude auf der Seite der Guten, dazu 10 verschieden Einheiten, wie Elben-Bogenschützen, Waldläufer oder Rohan-Reiter die alle ihre Besonderheiten haben, die entwickelt werden können. So gibt es die Elben-Umhänge, die den Elben-Bogenschützen für gegnerische Einheiten unsichtbar macht, solange keine Aufklärungseinheiten vorhanden sind. Desweiteren besitzt die gute Seite 5 Helden, nämlich Frodo, Gimli, Legolas, Aragorn und Gandalf, die alle 3 spezielle Fähigkeiten besitzen. So kann sich Frodo z.B. mit Hilfe des einen Rings für alle gegnerischen Einheiten, bis auf die Nazgûl unsichtbar machen, Legolas kann mit dem Zielschuß Gegner zurückstoßen, sodaß sie für kurze Zeit kampfunfähig sind und Gandalf kann seine magischen Fähigkeiten einsetzen, um seine Gegner zu besiegen.
Die dunkle Seite bietet 13 verschiedene Gebäude, ebenso 13 unterschiedliche Einheiten, wie die Uruk-hai oder die schwarzen Reiter, deren Eigenschaften ebenfalls weiter entwickelt werden können. So kann für die schwarzen Reiter die Nazgûl-Klinge entwickelt werden, die Klinge, die Frodo im Film verletzt hat.
Desweiteren hat auch die böse Seite 5 Helden in ihren Reihen. Dies sind Gollum, Grischnách, Saleme, der Herr der Nazgûl und Saruman. Auch sie alle besitzen 3 spezielle Fähigkeiten. So kann Grischnách zum Beispiel mit der Fackel gegnerische Gebäude in Brand setzen, der Herr der Nazgûl mit der Schattenbindung aus Ringgeistern die schwarzen Reiter erstellen oder Saruman mit seinem Umkehr-Einfluß gegnerische Einheiten auf die dunkle Seite ziehen.
Um die Helden heraufzubeschwören oder deren Fähigkeiten zu erlernen benötigt man Ruhm-Punkte, die man durch gewonne Kämpfe ergattern kann.
In den einzelnen Kampagnen tauchen auch viele andere Helden wie Sam, Boromir oder König Theodem auf, die man steuern kann.

Das Spiel besitzt eine gute Grafik. Die Einheiten wurden sehr detailliert gestaltet. Ein Eyecatcher bei den Einheiten ist der Balrog, der sehr schön gestaltet wurde.



Mit dem Mausrad kann man dichter an die Einheiten ran- oder auch weiter wegzoomen, so daß man sie noch genauer, fast in 3D-Sicht, betrachten kann.
Aber auch die Landschaften wurden sehr schön gestaltet. So ist in den Wäldern von Lothlorien eine Hülle und Fülle an grünen Blätterwerk und kleinen Seen und Flüssen, die großen Ebenen von Rohan besitzen grüne Grasflächen und verschiedene Arten von Gewässer, während die Länder Mordors von Steinen, Mooren und Dunkelheit überseht sind. Desweiteren sind viele kleine Details wie hoppelnde Hasen, brennende Feuer und verschiedene Wetterarten in den Landschaften integriert.



Gut gelungen ist die Anpassung der Landschaften an die Einheiten. So kräuselt sich das Wasser, wenn sich Truppen durch es hindurch bewegen, ebenso gibt das Gras nach, wenn Einheiten in ihm entlang gehen oder wenn Wind darüber streicht.
Besonders schön gemachte Landschaften sind der dunkle Turm von Minas Morgul, der bedrohlich durch dessen Dunkelheit herüber kommt oder Helms Klamm mit der Hornburg, die man vor den heranstürmenden Truppen Sarumans verteidigen muß.



Schön anzusehen sind auch die speziellen Eigenschaften der einzelnen Einheiten, die meist in vielen leuchtenden Farben eingesetzt werden. So kann Gandalf einen Feuerregen vom Himmel fallen lassen, der besonders gut gestaltet wurde, während Saruman einen schön gemachten Eiszauber auf seinen Gegner schleudern kann.



Auch der Sound kann sich hören lassen. Die Musik wurde den einzelnen Locations angepasst und besitzt eine eigene Dynamik. So wird sie bei entscheidenen Situationen durch zunehmende Klangstärke bedrohlicher, während sie nach der Schlacht wieder leiser wird. Wer eine Surround-Anlage sein Eigen nennt, kann das Spiel auch in einem schönen Raumklang genießen.

Alles in allem ist War of the rings ein gut gemachtes Spiel, mit schöner Grafik, gutem Sound und netten Kampagnen. Leider ist es aber zu kurzlebig und nicht abwechslungsreich genug, um einen Spieler länger daran zu binden. Die Kampagnen sind gut, aber nicht sehr komplex gemacht, sodaß man sie schnell durchgespielt hat. Die kleinen Scharmützel gegen den PC können auf die Dauer langweilig werden und der Nachteil bei einem Multiplayerspiel ist, daß es nur die dunkle oder die helle Seite zum Spielen gibt.
Sucht man ein gut gemachtes Strategiespiel, ohne Fan von Der Herr der Ringe zu sein, so würde ich eher zu Warcraft III, der Age of Empire-Serie oder Empire Earth raten, da diese durch die verschiedenen Völker oder Epochen mehr Abwechslung bieten. Für echte Fans von HdR ist dieses Spiel mit seinen Charakteren und Landschaften aber zu empfehlen.

Eine Demo des Spiels kann unter folgendem Link heruntergeladen werden.
www.warofthering.com

Freigabe ab 12 Jahren
Minimum:
Prozessor mit 800 MHz
256 MB RAM
Direct X 9-kompatible Grafikkarte mit 32 MB RAM
Windows 98/2000/ME/XP

Testrechner:
AMD Athlon XP 2000 +
1024 MB RAM
GeForce 4 MX-440 64 MB
Windows XP

 


 

Vielleicht auch interessant:


Über den Autor

Falko widmet sich gerne seiner DVD-Sammlung oder ist auf seinen Laufschuhen durch den Wald unterwegs. Wenn genügend Zeit bleibt, macht er ein paar Spieletests und veröffentlicht sie auf planet-rcs.de.

Feedback