Spellforce - The Order of dawn

Von Falko

Dreizehn der größten Zauberer aller Zeiten haben in ihrer unermesslichen Gier und ihrem Streben nach gottähnlicher Macht das Land in einem Strudel aus Chaos und Verzweiflung versinken lassen. Der blinden Wut rasender Elemente - von den Magiern heraufbeschworen in dunklen Ritualen – fielen ganze Erdteile zum Opfer. Kontinente wurden von den freigesetzten Urgewalten zerschmettert und hinweggefegt wie Herbstlaub im Wind, und riesige Armeen, gebunden an die Kraft uralter Runen, überzogen die Länder mit Krieg und Verwüstung. Zurück blieben einige wenige Landmassen, die sich nun wie Inseln über dem zerstörten Antlitz der Welt erheben, und deren einzige Verbindung untereinander in Form magischer Portale besteht.

Jetzt, nur wenige Jahre nach Ende der Konvokation, ist das Böse zurück gekehrt – stärker und mächtiger als jemals zuvor – um das unselige Werk zu beenden, das damals begonnen wurde.
Doch die Prophezeiungen erzählen von einem Menschen. Verdammt zur Unsterblichkeit, gebunden an die Macht der Blutrunen…
Bald wird die Zeit kommen, da ein einzelner das Schicksal aller für immer verändern wird. Zum Guten oder zum Bösen…




So beginnt die Geschichte von Spellforce - The Order of dawn aus dem Hause JoWooD.
Spellforce ist die Mischung aus Strategie- und Rollenspiel.
Zu Beginn des Spiels kann man sich selbst einen Helden-Avatar nach seinen persönlichen Wünschen zusammenstellen, dessen Fähigkeiten und Skills der Spieler im Laufe des Spiels bei einem Erfahrungsstufenanstieg weiter steigern kann, indem er neue Erfahrung durch Aufträge und Kämpfe sammelt. So reist man im Abenteuer von Insel zu Insel, die mit Portalen miteinander verbunden sind oder per Seelensteinen aufgesucht werden können. Stirbt man im Laufe des Abenteuers, so beginnt man am letzten, aktivierten Seelenstein, verliert aber ein wenig an Erfahrungspunkten. Der Transport mit Hilfe der Portale oder den Seelensteinen hat aber auch den Nachteil, daß nach Verlassen der jeweiligen Karte alle gebauten Truppen und Gebäude verschwinden, sodaß man wieder alles von vorne aufbauen muß. Daher ist es ratsam zuerst lieber die Hauptquest einer Karte zu beenden, bevor man in eine andere reist.
Mit Hilfe von Runen, die man im Laufe des Spiels erhält, kann man sich an verschiedenen Monumenten entweder Runenkrieger oder Arbeiter und Soldaten verschiedener Völker herbeirufen. Die heraufbeschworenen Runenkrieger können genauso mit Waffen und Gegenständen ausgestattet werden, wie unser eigener Krieger. Die Arbeiter, die herbeigerufen werden können, müssen wie in einem Strategiespiel Rohstoffe abarbeiten und Häuser bauen, damit man Soldaten heraufbeschwören und deren Stärken erweitern kann. Als verschiedene Völker sind Menschen, Elfen, Zwerge, Dunkelelfen, Orks und Trolle wählbar. Je nach Rasse können verschiedene Gebäude und Einheiten erstellt werden und es gibt Rohstoffe, die ein Volk nutzen kann, die aber für die anderen Völker wertlos sind. Selbst die Tag- und Nachtzeiten wurden bei den einzelnen Einheiten beachtet. So können Nekromanten der Dunkelelfen nur in der Nacht gefallene Feinde als Skelette wieder auferstehen lassen.



Zu Beginn besitzt man die Rune der Menschen, die weiteren Runen kann man sich im Spiel durch Aufträge verdienen oder bei einem Händler kaufen. Desweiteren kriegt man so auch Baupläne für die Häuser der verschiedenen Völker, die weitere Krieger zur Verfügung stellen oder deren Fähigkeiten erweitern. Hat man die Baupläne alle soweit zusammen, daß man ein großes Haupthaus bauen kann, so kann man einen Titanen der jeweiligen Rasse heraufbeschwören. Dieser kostet zwar einiges an Rohstoffen, ist dafür aber umso stärker in Angriff, Verteidigung und Lebenspunkten.
Es gibt folgende Titanen, die aber nur einmal pro einzelner Insel heraufbeschworen werden können:
Der Greifenreiter(Menschen), der Baumwächter(Elfen), der Felsenschmied(Zwerge), derFeuerteufel (Orks), der Zyklop (Trolle) und die Spinnenbrut (Dunkelelfen).
Desweiteren kann man seinen Avatar im Bereich der Magie fortbilden.
Dort stehen einem vier verschiedene Bereiche zur zur Verfügung: Die weiße, die schwarze, die Elementar- und die Mentalmagie.
Diese unterteilen sich in weitere Gruppen wie Lebensmagie, Nekromantie, Todesmagie, Feuer-, Eis- oder Bezauberungsmagie. Es gibt noch weitere Untergruppen der Magie. Insgesamt stehen einem 36 verschiedene Zauber zur Verfügung, die je nach Wissen in der entsprechenden Kategorie gelernt werden können. Aber auch diese Zauber müssen zuerst gekauft oder erobert werden.



Die Steuerung ist einfach gehalten und für den geübten Strategiespieler schnell zu lernen. Neu dabei ist das Click&Fight-System. Wählt man einen Gegner per Klick an, so erscheinen unter den Portraits der eigenen Kämpfer und Soldaten verschiedene Symbole, die die möglichen Aktionen gegen den Gegner auslösen. So kann man schnell eine Einheit den Angriff auf den Gegner per Schwertsymbol machen lassen, während einer unserer Helden ein Zauber gegen ihn verwenden kann.

Die Grafik ist sehr schön gemacht. Man kann mit dem Mausrad zwischen verschiedenen Ansichten wählen und entweder das Geschehen aus der Vogelperspektive betrachten oder in Lara Croft Manier hinter dem Charakter stehen und über die Schulter sehen.
Das Intro ist sehr schön gemacht und macht richtig Lust auf das Spiel. Die gute Grafik gilt aber auch für den Rest des Spiels und bietet eine schöne, bunte Welt mit sich im Wind bewegenden Bäumen, verschiedenen Tierarten, die über die Karte ziehen oder Fischen die in Gewässern schwimmen. Die einzelnen Krieger der verschiedenen Völker sind unterschiedlich im Aussehen und sehen auch in der 3D-Sicht sehr gut gemacht aus. Auch der Wechsel von Tag- auf Nachtzeiten ist gut gelungen.



Der Sound des Spiels ist klasse gemacht. Wenn man über die typischen Befehlsbestätigungen der einzelnen Einheiten hinwegsieht, die es ja in jedem Strategiespiel gibt und mit der Zeit etwas nervend sein können, so bietet Spellforce eine schöne Soundkulisse aus Schlachtlärm und Hintergrundgeräuschen. Besonders gut gelungen ist die Musik. Im Gegensatz zu vielen Spielen, wo die Musik mit der Zeit zu nerven beginnt, so bietet Spellforce ein unheimliches Repertoir an Musikstücken, die sich im Spiel je nach Aktionen oder Kartenabschnitten ändert und nie zu langweilen beginnt.
Ein Nachteil des Spiels ist die KI des Computers im strategischen Teil. So greifen nach und nach Einheiten des Gegners immer an denselben Punkten an, die man nur mit seinen Türmen dann solange verteidigen muß, bis man eine schlagkräftige Armee erstellt hat, mit der man den Gegner niederzwingen kann. Dazu benötigt man auch nicht viel strategische Raffinesse, sondern einfach nur genug Einheiten, die man in den Kampf schicken kann. Aber die gegnerischen Lager zu vernichten wird von Zeit zur Zeit immer schwerer.
Ein weiterer Nachteil des Spiels ist der Multiplayer-Modus. Dort gibt es leider kein Teamplay und keine gemeinsamen Quests, wie man sie in Diablo 2 spielen kann, sondern nur ein Strategie-Deathmatch gegen einen menschlichen Gegner, da der Computer nicht als Gegner gewählt werden kann. Außerdem können nur vorgefertigte Avatare für die Multiplayerschlacht genutzt werden. Diese Deathmatches können auf 12 verschiedenen Karten ausgeführt werden. Neue Spielmodis sollen aber in dem für den Sommer geplanten Addon mitgeliefert werden. Ein Vorteil bei den Deathmatches sind aber wiederum die 6 verschiedenen Völker mit ihren unterschiedlichen Einheiten, die wiederum ein Multiplay Spaß machen lassen.



Fazit: Hui und Pfui
Da es sich bei Spellforce um eine Mischung aus Rollenspiel und Strategie handelt, muß man das Spiel in zwei Bereiche unterteilen.
Der Rollenspielbereich ist wirklich klasse gelungen und bietet mit seinen Extra-Missionen bis zu 100 Stunden Spielspaß. Man kann seinen Charakter erweitern und ist immer wieder auf der Suche nach neuen Waffen, Zaubern und Schätzen. Die Nebenquesten lockern dazu das ganze Spielgeschehen noch mehr auf.
Der Strategiebereich ist auf Grund der leichten Gegner-KI nicht ganz so gut im Solo-Modus gelungen, da die Gegner immer wieder in gewissen Abständen und in kleinen Horden an ein und derselben Stelle angreifen.
Die Grafik und der Sound machen das Spiel zu einem schönen Erlebnis.
Der Multiplayer bietet zur Zeit zwar nur einen Deathmatch-Modus, bringt aber durch die Völkervielfalt trotzdem Spaß.

Alles in allem ist die Gradwanderung zwischen Rollen- und Strategiespiel sehr gut gelungen, wobei die Rollenspieler hier noch mehr auf ihren Geschmack kommen werden.

Die offizielle Seite mit Demo zum Download.

Systemvoraussetzungen

Minimum
Intel Pentium ® III 1 GHz
256 MB RAM
3D-Grafikkarte mit 32 MB RAM (kompatibel zu GeForce2 oder besser)
2 GB freier Festplattenspeicher
Windows® 98, ME, 2000, XP
DirectX®9.0a oder höher

Empfohlen
Intel Pentium® 4 1,8 GHz
512 MB RAM
3D-Grafikkarte mit 64 MB RAM (kompatibel GeForce4 Ti oder besser)
2 GB freier Festplattenspeicher
Windows® 98, ME, 2000, XP
DirectX® 9.0a oder höher

Testrechner:
AMD Athlon XP 2000 +
1024 MB RAM
GeForce 4 MX-440 64 MB
Windows XP

 


 

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Über den Autor

Falko widmet sich gerne seiner DVD-Sammlung oder ist auf seinen Laufschuhen durch den Wald unterwegs. Wenn genügend Zeit bleibt, macht er ein paar Spieletests und veröffentlicht sie auf planet-rcs.de.

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